Die Erfahrung der Rettungsdienstprofis vor Ort ist eindeutig: „Nur wenige Anrufer beginnen bei festgestellter Notwendigkeit von sich aus mit den lebensrettenden Maßnahmen. Bei allen anderen führt erst die strukturierte Anleitung durch den Disponenten zur notwendigen Überwindung", so Christian Suhl, Schichtführer der Leitstelle in Elmshorn.
Für die Leitstellenmitarbeiter ist dieser Erfolg aber kein Grund, sich auszuruhen. Die letzten Aktualisierungen der Leitlinien zeigen auch ganz deutlich einen steigenden Stellenwert der schnellen Defibrillation, also eines lebensrettenden Stromstoßes, der neben der Herzdruckmassage die zweite wichtige Säule einer erfolgreichen Wiederbelebung ist.
Um die Schnelligkeit dieser Maßnahme zu unterstützen, sind in den letzten Jahren in Deutschland sehr viele so genannte AED-Standorte eingerichtet worden, die von Privatleuten, Vereinen, Unternehmen oder Behörden finanziert werden. Ein AED ist ein automatischer externer Defibrillator, der meistens mit nur einem Knopf kinderleicht und ohne Vorkenntnisse zu bedienen ist, mit dem auch Laien den lebensrettenden Stromstoß auslösen können.
Die Geräte hängen häufig öffentlich in Geschäften oder Sporthallen aus und können frei im Handel erworben werden. „Was für die schnelle Verbreitung der AED-Standorte ein großer Vorteil ist, ist für uns von Nachteil", so Stephan Bandlow-Hoyer, „denn wir könnten gemeinsam mit dem Anrufer noch viel wirksamere Hilfe leisten, wenn wir wissen, wo genau sich die Geräte befinden." Achim Hackstein deutet auf die beeindruckende Anzahl von Bildschirmen, die sich vor jedem Disponenten befinden: „Beide Regionalleitstellen könnten dann die Standorte problemlos in unserem Leitrechner hinterlegen und dem Anrufer schon beim Notruf mitteilen, dass sich ein solches Gerät in unmittelbarer Nähe befindet." Eine andere Möglichkeit ist auch, ein weiter entfernt vorhandenes Gerät z.B. durch einen Streifenwagen herbeizubringen. „Durch die unterschiedliche Verteilung von Polizei- und Rettungswachen im Land ergeben sich bestimmt in vielen Fällen Zeitvorteile von einigen Minuten, die bei einem plötzlichen Herzstillstand zweifelsohne lebensrettend sein können", ergänzt Sacha Münster, stellv. Leiter der Regionalleitstelle Nord. Kurze Alarmierungswege für Polizei und Rettungsdienst und die notwendige Abstimmung sind durch die neuen gemeinsamen Rettungsdienst- und Polizeileitstellen in Harrislee und Elmshorn auf jeden Fall sichergestellt.
Um diese Pläne umzusetzen, sind die Retter und die Leitstellen aber auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger in der Region angewiesen. „Bitte melden Sie uns die Ihnen bekannten Standorte von AED-Geräten in den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Steinburg, Pinneberg und der Stadt Flensburg. Das kann Leben retten!", fordern Stephan Bandlow-Hoyer und Achim Hackstein gemeinsam auf.
Das Meldeformular [PDF: 1.1 MB] finden Sie hier.Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.
Quelle:
http://www.leitstelle-nord.de/index.phtml?La=1&mNavID=1.100&object=tx|1719.161.1&kat=&kuo=1⊂=0


