Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Tönning
Der erste Gedanke an eine eigene Feuerwehr kam zum ersten Mal 1877 auf. Man holte sich Informationen bei bereits bestehenden Wehren und gründete daraufhin am 03. März 1877 die Freiwillige Feuerwehr Tönning. Die Wehr zählte in ihrer Anfangszeit 40 Mitglieder.
Um die notwendige Erstausstattung zu finanzieren, wurde bei der Spar- und Leihkasse ein Darlehen in Höhe von 2000, - Mark aufgenommen. Neben der Freiwilligen Feuerwehr bestand auch noch das städtische Brandcorps. Sein Kommandeur wurde 1878 als Ehrenmitglied in die Wehr aufgenommen.
Nach 10 Jahren war die Wehr zu folgender Ausrüstung gekommen: 64 Helme mit Zubehör,
64 Joppen, 50 Ledergürtel, 14 Steiger Gürtel, 12 Steiger leinen, 20 kleine Laternen, 5 Signalhörner, 18 kleine Flöten, 2 Paar Wollhandschuhe, 2 Paar geölte Hosen, 6 Helmrosetten, 1 Gerätewagen, 3 Steigleitern,
1 Ansatzleiter, 1 Feuerhaken, 2 Schlauchhalter, 1 Schlauchbinde, 1 Rauchbrille, 1 Axt, 1 Gas Zunge mit Ledertasche, 1 Hammer, 1 Schrank sowie eine Fahne,diverse Musikinstrumente, Noten, Notenpulte, etc.
Innerhalb der ersten 20 Jahre musste die Freiwillige Feuerwehr 14 Brände bekämpfen,
und wurde 5mal alarmiert ohne tätig zu werden. Die Mitgliederstärke betrug zum 20 jährigen Jubiläum 33 Aktive und 30 Passive Mitglieder, sowie 2 Ehrenmitglieder. Durch die finanzielle Unterstützung ist die Freiwillige Feuerwehr Tönning schuldenfrei.
Am 01. Oktober 1904 wird das gesamte Rettungs- und Löschwesen der Freiwilligen Feuerwehr übertragen, d.h. die vier Spritzen des Brandcorps müssen übernommen und mit Personal besetzt werden.
1905 richtet die Wehr ein Gesuch an die Stadtvertretung zur Errichtung eines zeitgemäßen Spritzenhauses. Es dauert bis 1925, bis diesem Gesuch nachgekommen wird. Bis dahin gab es in Tönning zwei Spritzenhäuser. Eines am Kattrepel und eines in der Bahnhofstrasse.
Als 1913 In Tönning ein Kino errichtet wurde, musste die Feuerwehr zu den Vorstellungen Brandwachen stellen. Der Eigentümer des Kinos zahlt hierfür 50 Mark im Jahr.
Im Jahre 1915 erhielt die Feuerwehr Tönning ihre erste Motorspritze.
Während des 1. Weltkrieges kam der Feuerwehrdienst in Tönning fast gänzlich zum Erliegen. Die meisten waren als Soldaten im Felde.Nachdem Krieg war es schwer wieder eine schlagkräftige Wehr aufzubauen. 1921 bestand die Wehr schon wieder aus 39 Mitgliedern.Der Tönninger Wehrführer Boysen wurde zum Kreisbrandmeister von Eiderstedt gewählt.
1928 erhielt die Wehr eine Magirus- Leiter, welche erst 1975 durch eine 18m lange Anhängeleiter ersetzt wurde.
Die nationalsozialistische Machtübernahme verschonte auch uns nicht. 1934 wurde eine Satzung verordnet. Der NS-Gruß obligatorisch und anstelle des Vorstandes gab es jetzt den "Führerstab". Leider gibt es von 1938 bis 1948 keine Aufzeichnungen, wir wissen aber, dass die Feuerwehr Tönning zu Großeinsätzen nach Hamburg und zur Raffinerie Hemmingstedt. Einsatzfahrzeug war das 1940 in Dienst gestellte Löschfahrzeug Marke Mercedes.
1949 begann die Wehr sich wieder aufzubauen. Sie begann mit 11 Mann füllte sich aber schnell.
1962 schaffte die Wehr sich wieder eine Fahne an. Wo die Fahne von 1880 geblieben war, wusste keiner so genau.
1965 gab es ein Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr. Der Fahrzeug- und Gerätebestand war jetzt endlich für die Größe der Stadt angemessen. Jetzt aber war das 1925 erbaute Gerätehaus zu klein geworden. Man beschäftigte sich mit der Errichtung eines neuen Gerätehauses.
1970, die Wehr erhielt eine neue Tragkraftspritze in einem VW - Kombi. 1972 wurde hinter dem Gerätehaus am Kattrepel eines Eternit- Garage gebaut und der Schlauchturm so umgebaut, dass auch dort kleinere Arbeiten erledigt werden konnten.
1974 wurde dann der 1940 eingestellte Mercedes durch ein LF 8 ersetzt.
Durch Gemeindereform des Landes Schleswig - Holstein 1974 wurden die Gemeinden Tönning und Kating eingemeindet. Dieses hatte zur Folge, dass es eine Gemeindefeuerwehr Tönning gab. In der Versammlung im Januar 1974 wurde der Tönninger Wehrführer Heinz Kiso zum Gemeindewehrführer gewählt.
Das 100 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Tönning 1977 wurde im Rahmen einer großen Veranstaltung mit Festumzug, Kranzniederlegung und anderem gefeiert.
Das Gerätehaus wurde abermals erweitert. Es wurde ein Aufenthalts- und Schulungsraum gebaut und 1978 offiziell an die Ortswehr übergeben.
Die Feuerwehr ist seit dem Jahre 1981 im Besitz von Funkmeldeempfängern. So ist es auch möglich zu Verkehrsunfällen und kleineren Einsätzen auszurücken ohne die gesamte Tönninger Bevölkerung aufzuschrecken.
Ebenfalls wurde 1981 das seit einigen Jahren eingesetzte Bergungsgerät bestehend aus einer Handpumpe und einer Druckschere, durch ein schweres Bergungsgerät mit elektrischer Hydraulikpumpe, Notstromaggregat, Druckschere und Spreizer ersetzt.
1983 Installation einer Antennenverstärkeranlage für die Funkmeldeempfänger. Die Ortsfeuerwehr Tönning erhält ein neues LF 8, ein Daimler - Benz 608. Das alte LF 8 (Opel Blitz) wird an die Ortswehr Kating übergeben. Das neue Fahrzeug ist so ausgestattet, dass die Geräte für die technische Hilfeleistung fachgerecht verstaut werden können.
1984 erhält die Feuerwehr Tönning eine der bis dahin 20 Öl-Wehren im Land Schleswig Holstein, obwohl es schwer war alle Geräte unterzubringen.
1985 erhält die Feuerwehr Tönning ein Einsatzleitfahrzeug. Es soll bei größeren Einsätzen eingesetzt werden und zum Befördern von Personen dienen. Es ist das erste Fahrzeug der Feuerwehr Tönning, welches mit einer Tagesleuchtfarbe lackiert ist. Die neue Lackierung sorgte sowohl in der Feuerwehr Tönning,
als auch in der Bevölkerung für Diskussionen.
Das 110 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Tönning 1987 wurde im Rahmen einer großen Veranstaltung mit Festumzug,Kranzniederlegung und anderem gefeiert.
1990 erhält die Freiwillige Feuerwehr Tönning gleich zwei neue Fahrzeuge. Ein Tanklöschfahrzeug und einen Rüstwagen 1 von Iveco. Das alte Tanklöschfahrzeug wird ausgemustert und fährt heute als Abschleppwagen bei der Firma Radspieler.
Kurz, nachdem die neuen Fahrzeuge in den Dienst gestellt wurden, bricht im Tönninger Hochhaus auf dem Dachboden ein Feuer aus.
Es waren Einsatzkräfte aus Tönning, Kating, Garding und Husum im Einsatz.
1992 zieht die Feuerwehr Tönning aus ihrem alten Gerätehaus am Kattrepel aus und hält jetzt in der Dithmarscher Str. 11 die Stellung. Endlich sind alle Einsatzfahrzeuge unter einem Dach. Durch den neuen Standort im Industriegebiet Ost sind die Bundesstraßen 202 und 5 aber auch das Stadtgebiet schnell zu erreichen.
1997 wird das 40 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr mit einem Kreiszeltlager, Gottesdienst, Festumzug u.a. groß gefeiert.
1998 werden die alten analogen Meldeempfänger von 1981 zum Teil ausgesondert und durch 20 moderne digitale Meldempfänger ersetzt.
1999 erhält die Wehr nochmals 20 digitale Meldeempfänger.
2001 bekommt die Feuerwehr als Ersatz für den ELW ein MZF.
2002 kann die Feuerwehr Tönning auf 125 Jahre zum Wohle des Nächsten zurückblicken. Dieses Jubiläum wird am historischen Hafen 2 Tage gefeiert. Im Herbst wird unter Beisein von viel Prominenz ein Festakt in der geschmückten Fahrzeughalle durchgeführt. Hier wird dem neuen OWF Kay-Uwe Hinrichs auch die Ehrengabe des Landes Schleswig-Holstein, eine silberne Glocke, überreicht.
2007 feiert die Jugendfeuerwehr Tönning ihr 50 jähriges Jubiläum, mit einem Zeltlager, einem Hafenmarkt und einem großartigem Livekonzert mit der "Scheisskapelle". Über 300 Jugendliche feiern mit uns gelungenens Fest.
2008 stellt die Feuerwehr Tönning ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst. Nach 25 Jahren zuverläßiger Arbeit löst ein neues LF 10/6 unser altes LF 8 ab. Das neue Fahrzeug ist wieder ein Mercedes Fahrgestell, diesman aber mit einem Schlingmann-Aufbau.
Die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Tönning
1877 - 1878 von Breitenbach
1878 - 1879 Geerkens
1879 - 1881 Hübner
1881 - 1889 Georg Ahlmann
1889 - 1893 Meisch
| 1893 - 1931 | Wilhelm Boysen |
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| 1931 - 1954 | Carl Nohme |
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| 1954 - 1960 |
Willi Kunkel |
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| 1960 - 1969 |
Fritz Dahl - Dichmann |
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| 1969 - 1974 | Heinz Kiso | ||
| 1974 - 1976 |
Rolf Sievers |
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| 1977 - 1983 |
Willi Itner |
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| 1983 - 1995 |
Richard Radspieler |
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| 1995 - 1998 | Hans - Ulrich Proß | ![]() |
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| 1998 - 2002 |
Volker Sievers |
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| 2002 - 2008 | Kay-Uwe Hinrichs | ||
| 2009 - |
Frank Saß |
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So, damit sind wir am Ende unserer Chronik. Sie konnte leider nicht alles enthalten was seit Gründung unserer Wehr in ihr passiert ist, aber wer denn gerne alles wissen möchte, der muss sich die Mühe machen und die Protokolle lesen.